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Sechs Ausstellungen in einer
-usch- Georgsmarienhütte.
"Was für ein ,Aufschlag' in 2008 ist diese Ausstellung", formulierte GMHüttes Bürgermeister Heinz Lunte zur Vernissage der Ausstellung "Zwischen Anpassung und Eigensinn" gestern im Museum Villa Stahmer. Er meinte damit die etwa 150 Besucher der Feier ebenso wie die vielfältige Kunst der "Weibsbilder".
Malerei, Fotografien, Grafiken, Aquarellen, Acrylmalerei, Ölmalerei, Skulpturen aus Holz und Sandstein, Papierobjekte oder Lyrik - das alles zeigen die Künstlerinnen der Gruppe "Weibsbilder" in der jetzt eröffneten Ausstellung. Im Wesentlichen nach den Räumen im Dachgeschoss der Villa aufgeteilt, "hat jedes Zimmer eine ganz besondere Atomsphäre und spiegelt die unverwechselbare Ausdrucksweise der jeweiligen Künstlerin wider", wie die Moderatorin der Gruppe, Barbara Rübartsch, es in ihrer Einführung ausdrückte. Sechs Ausstellungen in einer also sind hier zu sehen? Nicht ganz. Denn Marion Marx aus Lengerich, Karin MacKay aus Osnabrück, Gisella Prodan aus Lienen, Gudrun Harmsen aus Belm, Geneviéve Gigand aus Lienen und Elisabeth Pawils aus Osnabrück setzen sich in "typischer Gruppenarbeit von Frauen" mit den Themen und Konzepten für ihre jeweiligen Aktionen auseinander. Dadurch entstehen dann wiederum Gemeinsamkeiten. Dabei geht es nicht immer um das Thema "Frau-Sein" an sich, sondern auch darum, wie sich die Künstlerinnen mit ihrer "Erlebens-Welt" auseinandersetzen. Das kann dann filigran, abstrakt, multimedial, ironisch, monochrom oder auch strukturell sein. Finissage Sonntag 9. März 2008, 11.00 Uhr zum internationalen Frauentag......Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung - 21.1.2008
Weibs-Bilder mit Kunst von starken Frauen
Das Referat für Gleichstellungsfragen |Kulturbüro präsentiert vom 20. Februar bis zum 8. März 2007 im Foyer des Kreishauses die Ausstellung „Weibs-Bilder“.

Dr. Susanne von Garrel nimmt die Kunst selbst in die Hand. Zur Ausstellungseröffnung im Kreishaus präsentierte sie sich mit den „starken Weibsbildern“ und deren Arbeiten
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Malerei und Skulpturen in der Villa Stahmer
-mba- Georgsmarienhütte. „Zwischen Anpassung und Eigensinn“ – dieser Untertitel scheint wie gemacht für die Ausstellung, die am Sonntag, 20. Januar, im Museum Villa Stahmer in Georgsmarienhütte eröffnet wird: „Weibs-Bilder“. Für Genevieve Gigand, Gudrun Harmsen, Karin MacKay, Marion Marx, Elisabeth Paulig, Gisella Prodan und Barbara Rübartsch ist die Bezeichnung keineswegs ehrenrührig. Schließlich haben sich die Künstlerinnen diesen Begriff selbst verordnet. Eine gehörige Portion Humor schimmert durch. Das gilt auch für ihre Arbeiten. Malerei, Skulpturen, Objekte und Performances werden sie bis zum 9. März in der Villa Stahmer zeigen. Immer dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Eröffnet wird „Weibs-Bilder“ am Sonntag um 11 Uhr. „Gedichte in Bewegung“ verspricht Gisella Prodan. Die Einführung wird Barbara Rübartsch vornehmen.Und weil´s vom Titel her so schön passt, soll zum Internationalen Frauentag Schluss sein mit Anschauen. Am 9. März um 11 Uhr ist Finissage. Nicht für die „Weibs-Bilder“ , die haben schon neue Projekte im Sinn..............Quelle: Westfäliche Nachrichten 19. Januar 2008
Von Tom Bullmann
Georgsmarienhütte.
Der Titel klingt ein wenig provokant: "Weibs-Bilder" heißt eine Ausstellung, die derzeit in der Villa Stahmer zu sehen ist. Aber der Begriff weckt falsche Assoziationen.
"Weibsbilder" sind in der zweiten Etage der Villa Stahmer kaum zu entdecken. Vielleicht erinnern die kühnen Tänzerinnen von Karin MacKay und ihre weich fließenden Skulpturen aus Holz und Alabaster entfernt an das, was wir mit dem Begriff "Weibsbilder" assoziieren. Aber der Titel der aktuellen Kunstausstellung in der Villa Stahmer wurde nicht gewählt, weil dort Abbilder von kräftigen Frauen gezeigt werden, sondern weil sechs Künstlerinnen aus der Region ihre aktuellen Arbeiten mit einem Augenzwinkern "Weibs-Bilder" nennen.Der Besucher erkennt schnell, dass es sich bei der Gruppe von Frauen, die alle in der Mitte des letzten Jahrhunderts geboren wurden, nicht um eine Künstlerinnengruppe handelt, die ein inhaltliches, technisches oder künstlerisches Anliegen einte. Dafür sind allein die Arbeitsweisen und Stilistiken zu unterschiedlich.
Von Malerei und Fotografie über Papierobjekte und Skulpturen bis zu Mischtechnik-Werken und Grafiken reicht die Palette der "Weibs-Bilder". Die einen arbeiten gegenständlich, andere lassen sich von der Natur inspirieren, um dann eine Form der Abstraktion zu finden, wieder andere arbeiten vollkommen gestisch. Wie Marion Marx. Sie sucht in ihren großformatigen, assoziativen Bildern "Spuren und Strukturen". Ihre fast ausschließlich in Schwarz, Weiß und Grau gehaltenen Farbflächen, die sie gerne grob mit einem Spachtel auf die Leinwand bannt, werden von einer Art roten Faden zusammengehalten. Die Signalfarbe verleiht den expressiven Bildern ihre Struktur und ihre Dynamik.
Bäume entdeckt man dagegen in den Werken von Geneviève Gigand. Die gebürtige Französin schafft mit ihren "Augen der Birken" eine kühle, entmaterialisierte Naturstimmung. Ebenfalls mit der Natur beschäftigt sich Gisella Prodan. Fotografisch lässt sie in einem Mikrokosmos aus Wasser, Sand, Erde und Schnee fantastische Landschaften entstehen.Vollkommen anders arbeitet Gudrun Harmsen. Aus Papier und Naturmaterialien entwirft sie Objekte, mit denen sie das "Unsichtbare sichtbar machen" will. Filigrane Kokons, in die getrocknete Blätter eingearbeitet sind, sprechen eine eigene Sprache. Gegenstände des Alltagslebens verarbeitet Elisabeth Pawils zu Figurengruppen. Da findet man alte Mangelrollen, Äxte und Beile, aber auch Holzarbeiten und Bilder als Ausdruck des Bestrebens, sich "als Frau mit der Innen- und Außenwelt gestaltend auseinanderzu- setzen". Und dieses Anliegen haben alle Frauen, die jetzt in der Villa Stahmer ausstellen, gemeinsam
Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung - 21.2.2008
Eine breite Palette unterschiedlicher Techniken zeigt die Ausstellung "Weibs-Bilder" in der Villa Stahmer.
Foto: Jörn Martens
Zwischen Anpassung und Eigen-Sinn
"Weibs-Bilder" stellen aus
Lienen/Tecklenburger Land. Von Sonntag, 27. April bis Samstag, 21. Juni 2008 findet eine vielfältige Ausstellung der Künstlerinnengruppe „Die Weibs-Bilder“ und eine ergänzende Reihe von Veranstaltungen im Rahmen der „Gärten der Weltreligionen“ im Gymnasium in der „Wüste“, Osnabrück, statt. Die Schule und die Künstlerinnen möchten auf diese Weise ein größeres Publikum für die Besonderheit des Ortes und die Ausstellung interessieren.
Die „Weibs-Bilder“ sind eine Gruppe von sieben Frauen, darunter zwei aus Lienen, die seit 2005 für ihre unterschiedlichen Arbeiten gemeinsame Ausstellungen plant und erfolgreich durchführt. Jede Einzelne hat eine künstlerische Ausbildung und arbeitet ganz individuell an ihren Themen, mit „ihren“ Materialien, in ihrem Stil. Es handelt sich um Geneviève Gigand (Lienen), Gudrun Harmsen (Belm), Karin MacKay (Osnabrück), Marion Marx (Lengerich), Elisabeth Pawils (Osnabrück) und Gisella Prodan (Lienen). Dazu gehört Barbara Rübartsch (Tecklenburg) als Moderatorin. Als Gast stellt Gerda Wantia (Hörstel) mit aus.
Der Titel der Ausstellung „Zwischen Anpassung und Eigen-Sinn“ weist darauf hin, dass die Gruppe und jede der Frauen sich mit ihrer Anpassung an die herrschenden gesellschaftlichen Strukturen und der Suche nach dem unverwechselbar Eigenen, gedanklich und künstlerisch intensiv auseinandersetzen mit dem Ziel, ihm mehr und mehr authentisch bildhaften Ausdruck zu verleihen. Das öffnet ihnen – so ihre Aussage - auch den Blick für Frauen und Männer anderer Gesellschaften, Religionen und Kulturen und deren spezielle Art, ihr Leben zu gestalten.
Die Ausstellung mit Bildern, Skulpturen, Fotografien sowie Textil- und Papierobjekten wird in den Gängen der Schule mit Aussicht auf die Gärten der Weltreligionen präsentiert.
Am Sonntag, 27. April, findet um 11 Uhr die Eröffnungsmatinee mit einer Tanzperformance „Baba Yaga“, Musik, Speisen und Getränken statt. Weitere Veranstaltungen folgen in unregelmäßigen Abständen Besuchern steht die Ausstellung während der Unterrichtszeit und der Schulveranstaltungen offen.
Quelle: Westfälische Nachrichten - 3.4.2008
Die Künstlerinnengruppe „Die Weibs-Bilder“, zu der auch Frauen aus Lienen, Lengerich und Tecklenburg gehören, bereiten eine Ausstellungsreihe vor. Foto: Klaus Hartwig
Kunst in den "Gärten der Weltreligionen"
Osnabrück. Von Sonntag, 27. April, bis Samstag, 21. Juni, wird unter dem Titel "Zwischen Anpassung und Eigen-Sinn" im Gymnasium "In der Wüste" eine Ausstellung der Künstlerinnengruppe "Weibs-Bilder" gezeigt. Dazu haben die Künstlerinnen mit Schülerinnen und Verantwortlichen der Schule begleitende Veranstaltungen erarbeitet. Die Ausstellung mit Bildern, Skulpturen, Fotografien sowie Textil- und Papierobjekten wird in den Gängen der Schule präsentiert. Die Eröffnungsmatinee beginnt am Sonntag, 27. April, um 11 Uhr mit der Aufführung "Tanz der Baba Yaga". Ein Einführungsabend mit dem Titel "Judentum begreifen" folgt am Dienstag, 6.Mai, um 17 Uhr. Mitglieder der jüdischen Gemeinde wollen den Zuschauern den Sedarabend und das Pessachfest näherbringen. Dazu zeigen sie ein Theaterstück und Gegenstände, die mit den Festen in Verbindung stehen. Es singt der jüdische Kinderchor. Am Mittwoch, 14. Mai, gestalten die "Weibs-Bilder" um 15 Uhr eine Malwerkstatt für jüngere Schüler des Gymnasiums und Kinder der jüdischen Gemeinde. Um 18 Uhr werden die Ergebnisse in einer Ausstellung präsentiert. Zugleich wird eine Führung durch die "Gärten der Weltreligionen" und die Ausstellung angeboten. Am Donnerstag, 5. Juni, zelebrieren zwei Teemeister aus Hannover eine japanische Teezeremonie. Am Samstag, 21. Juni, zeigt die Gruppe "Mosaik" ab 19 Uhr anlässlich der Finissage ein Tanztheater zum Thema "Offenbarung - oder wie hast Du's mit der Religion?"Zu besuchen ist die Ausstellung während des Unterrichts und den Schulveranstaltungen.
Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung - 21.4.2008
Die Kunst wirkt ohne Erklärung
Meditative Atmosphäre in den Gärten der Weltreligionenmweb Osnabrück. Die Installation wiegt sich leicht im Wind. Auf je drei dünnen Stäben sind laminierte Transparentpapierbögen befestigt. Sie erinnern an chinesische Sonnenschirme und stehen im Fernöstlichen Garten. Seit geraumer Zeit sind die Gärten der Weltreligionen im Gymnasium "In derWüste" Ausstellungsort für die Künstlerinnengruppe Weibs-Bilder. Sechs Frauen arbeiten hier mit ganz unterschiedlichen Materialien, erschaffen Bilder,Transparente, Skulpturen, konzipieren Performances und stellen sich seit 2005 immer neu vor. So zum Beispiel Gisella Prodan. Sie tanzt und erinnert mit weit schwingenden Bewegungen an mythische Zeiten, an Hexen und Kräuterfrauen. Fellstücke, Glöckchen, farbige Streifen und Federn an ihrem Gewand bewegen sich mit. Ihren Ausdruckstanz begleitet sie selbst mit Gesängen, die fremd erscheinen, deren Klänge aber wie Wiegenlieder nachhängen. Es seien eine Sängerin aus Lappland und "peruanische Indianergesänge", die sie inspiriert hätten, sagt Gisella Prodan. Wenn sie sie höre, sei es, als stehe sie selbst auf einem Berg, bereit, "das Essenzielle", wie sie es nennt, also das Wesentliche im Leben, zu fühlen und zu erkennen. Überhaupt steht das Fühlen, die Empfindungen, die Kunst auslösen kann, imVordergrund bei den Weibs-Bildern. Mit ihrem Namen wollen sie irritieren, mit einem Augenzwinkern provozieren, sagt die Sprecherin der Gruppe, Barbara Rübartsch. "Jede Künstlerin arbeitet für sich allein", sagt sie. In den Treffen gehe es dann darum, ein "Gesamtkonzept zu stricken". Dabei spielt Ganzheitlichkeit eine große Rolle. Die Einheit von Gedanken, Erlebnissen und Kunst setzt so Geneviève Gigand um. Gekalkte ausgetretene Schuhpaare um einen schlanken Stab mit Jakobsmuschel sprechen eine deutliche Sprache: Zum einen verbildlicht die Installation die konkrete Pilgerfahrt auf dem Jakobsweg, zum anderen steht sie für den Weg in ein anderes Leben nach dem Tod. Andere Kunstwerke verschließen sich solcher Interpretation. So die durchscheinenden feinen Papierbögen, die Gudrun Harmsen zunächst in Wasser legt und dann mit Asche, Farbpigmenten und verschiedenen Curry-Sorten färbt. Es entsteht ein hauchdünnes, zerbrechliches Material, aus dem die Künstlerin halbovale Schalen und faltenreiche Flächen formt. Trockene Gräser vervollständigen den Eindruck der Zerbrechlichkeit. "Ich möchte nichts erklären müssen", sagt Gudrun Harmsen "entweder sagt es mir etwas oder nicht." Die Arbeiten wirken tatsächlich allein auf den Betrachter - die Gärten der Weltreligionen laden zum Nachdenken ein und inspirieren so nicht nur die Künstlerinnen. Info: Die Ausstellung ist während der Schulzeiten zugänglich. Führungen bietet an Monika Wipperfürth, Tel. 3234386
Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung - 10.5.2008
Stillleben im Doppelpack
iza Wallenhorst. Mit der Ausstellung „natura morta“ hat die Natur Einzug ins Wallenhorster Rathaus gehalten. Die beiden Künstlerinnen Marion Marx und Geneviève Gigand geben bis Ende September mit ihren Bildern einen Überblick über die künstlerische Vielfalt des Stillleben-Genres.
Scheinbar wie zufällig zusammengekommen, zeigen Stillleben Dinge des täglichen Lebens in Kombination mit Gegenständen, die aus einem anderen Kontext stammen. In Wahrheit aber ist ein Stillleben ein Arrangement, etwas, was von künstlerischer Hand gefügt wurde.
Bilder mit Kofferfisch
„Stillleben zeigen alles außer Menschen“, erklärte Marion Marx bei der Eröffnung der Ausstellung. Trotzdem zeige das Genre „die ordnende Hand, die Existenz von Menschen, die eben noch an diesem Platz gewesen waren“.
Die freischaffende 57-jährige Künstlerin hat mit ihren farbigen Arbeiten im Rathaus eine eindrucksvolle Visitenkarte hinterlassen. Pralle Zitronen schweben scheinbar in einer fragilen Glasschale, Knoblauch, Trauben, ein halbleer getrunkenes Glas Wein – Abbildungen der puren Lebenslust.
Ihre Malerkollegin Geneviève Gigand hat ebenfalls mit Aquarell- und Ölfarben sowie Kreide und Bleistift Momentaufnahmen auf Papier und Leinwand gebannt. Die aus der Normandie stammende freischaffende Künstlerin hatte ihre Teilnahme an der Vernissage im Rathaus allerdings wegen einer Krankheit kurzfristig absagen müssen.
Auch ihre Arbeiten sprechen von Licht, Farbe und Form. Einige bergen wie die drei Bilder mit dem Kofferfisch Geheimnisvolles und Rätselhaftes. Mit viel Hintersinn porträtierte sie ihren Rucksack, der scheinbar nur darauf wartet, mit seiner Eigentümerin auf Motivsuche zu gehen.
Die stellvertretende Bürgermeisterin Ute Brünger analysierte den Begriff Stillleben. „Stille und Leben sind elementare Voraussetzungen in der Kunst“. Beide Künstlerinnen hätten dieses auf sich wirken lassen und „Ausschnitte des Lebens geschaffen“.
Die Vernissage wurde von einer Performance von Gisella Prodan begleitet. Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung - 25.8.2008
Eine Einführung in die Technik des Stilllebens erhielt Ute Brünger (links) von der Künstlerin Marion Marx. Foto: Horst Troiza
| -du- Dörenthe. Das „Weib" |
| ist eigentlich ein (Un)Ding, nimmt es der dahinterstehenden |
| Frau doch jegliches Ge- |
| schlecht. Eine Frau ist |
| weiblich, ein Weib nicht, stell- |
| te auch Monika Haselon vom |
| Förderverein Kulturspeicher |
| Dörenthe fest, als sie zur Be- |
| grüßung im Rahmen der neuen |
| Ausstellung im Kulturspeicher |
| am Sonntag - dem |
| internationalen Frauentag - |
| ans Rednerpult trat. Doch |
| nicht nur dieser Frauentag |
| war Anlass für Haselons Gedanken |
| über das Frau-Sein, |
| sondern vor allem der Name, |
| den die Ausstellerinnen für |
| ihre im Jahr 2005 gegründete |
| Gruppe gewählt haben: „Sicherlich |
| mit einem |
| Augenzwinkern und Humor werden |
| die Künstlerinnen sich |
| „Weibs-Bilder" genannt haben“ , |
| meint Monika Haselon. |
| Fest steht, dass die Kunst |
| der „Weibs-Bilder" sich auf |
| sehr hohem Niveau bewegt - |
| und das war sicherlich der |
| Hauptgrund, weshalb die Räu- |
| me des Kulturspeichers am |
| Sonntag mit kunstbegeisterten |
| Menschen außerordentlich |
| gut gefüllt waren. Eine Wei- |
| tere Rolle dürfte wohl auch |
| gespielt haben, dass sich die |
| Vernissage zu dieser Ausstel- |
| lung mit dem hintergründigen |
| Titel „Zwischen Anpassung |
| und Eigen-Sinn" wohltuend |
| von vielen anderen Eröffnunungen |
| abhob. Zwar durften Ein- |
| führungsreden auch hier nicht |
| fehlen, sie waren jedoch kurz, |
| bündig und informativ und |
| machten bald Platz für die |
| Künstlerinnen selbst, die in |
| einer „Stunde voller Poesie" |
| Gedichte (manche davon |
| selbstgeschrieben) vortrugen, |
| begleitet und ergänzt von Nadja Kossinkaja, |
| die mit ihrer |
| virtuos, vorgetragenen Gitarrenmusik |
| das Publikum begeisterte. |
| Die „Weibs-Bilder |
| sind Genevieve Gigand (Lienen), |
| Gudrun Harmsen (Belm), |
| Karin MacKay (Osnabrück), |
| Marion Marx (Lengerich). |
| Elisabeth Pawils (Osnabrück), |
| Gisella Prodan (Lienen) |
| und Barbara Rübartsch |
| (Tecklenburg; Moderatorin |
| der Gruppe). Wie vielseitig |
| ihr künstlerisches Ausdrucks- |
| vermögen und auch ihre in- |
| dividuellen Sichtweisen sind, |
| das wurde bei einem Gang |
| durch die Ausstellung recht |
| schnell deutlich: Gewichtige |
| Malereien in kräftigen, eher |
| dunklen Farben, kompakte |
| Sandsteinskulpturen und Ob- |
| jekte aus alten, hölzernen Haushaltsgegenständen |
| (Mangelrollen u. Ä.) standen fili- |
| granen Papierobjekten in hellen |
| Farben gegenüber, ver- |
| fremdet Gegenständliches ei- |
| ner absoluten Abstraktion, Ge- |
| radliniges dem Verspielten, |
| typisch Weiblichen. |
| „Es sind starke Frauen, die |
| sich hier mit ihren Arbeiten |
| zeigen" befand Martina Gottschling, |
| die als Frauen- und |
| Kulturbeauftragte des evangelischen |
| Kirchenkreises |
| Tecklenburg die Ausstellung |
| zusammen mit dem Förderverein |
| des Kulturspeichers |
| veranstaltet. Bisher haben die |
| Künstlerinnen an ganz unter- |
| schiedlichen Orten ausge- |
| stellt, dabei hätten die Räum- |
| lichkeiten die gezeigte Kunst |
| auf verschiedene Weise beein- |
| flusst, unterstreicht Gottschling |
| die Herausforderung, |
| die den Frauen bei jeder ihrer |
| Ausstellungen ein neues Kon- |
| zept abfordert. Doch dieses |
| Mal sei ein Höhepunkt erreicht, |
| findet die Kulturbeauftragte: |
| „Es gefällt mir. Mir gefällt |
| die Vielfalt". Außerdem |
| zeige sich hier eine Authentizität, |
| die so manchen Blick |
| auf die Welt erkennen lasse, |
| der gegen die allgemeine Strö- |
| mung gerichtet sei, eine Wahr- |
| nehmung, die manchmal auch |
| eigensinnig sei. |
| Noch bis zum 29. März ist die Ausstellung während der |
| Öffnungszeiten des Kultur- |
| speichers jeweils sonntags |
| von 15 bis 18 Uhr zu sehen; |
| am Sonntag, 29. März, gibt es |
| eine offizielle Finissage mit |
| Musik und Texten zum Thema |
| „Grenzüberschreitungen". |
"Weibs-Bilder" stellen im Kulturspeicher Dörenthe aus: Zwischen Anpassung und Eigen-Sinn


Nach der Pause blieben viele Stühle leer
Finissage mit Lesung mit Musik im Kulturspeicher
Von Brigitte Striehn
Dörenthe. Am Sonntag hatten Kunstinteressierte zum letzten Mal Gelegenheit, die Werke der Künstlerinnengruppe „Weibs-Bilder“ im Kulturspeicher zu entdecken. „Zwischen Anpassung und EigenSinn“ bewegten sich Bilder, Fotos, Objekte und Skulpturen, die seit dem achten März in Dörenthe ausgestellt waren. Geneviève Gigand, Gudrun Harmsen, Karin MacKay, Marion Marx, Elisabeth Pawils, und Gisella Prodan ließen die Betrachter teilnehmen an ihrer ganz eigenen Sicht auf die Welt und erreichten damit ein großes Publikum. Um sich mit einem besonderen Höhepunkt von den Kunstliebhabern zu verabschieden, hatten die Künstlerinnen am Sonntag zu einer Lesung mit Musik unter dem Titel „Grenzüberschreitungen“ eingeladen. Martina Gottschling ist die Frauen- und Kulturbeauftragte des evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg, der als Mitveranstalter der Ausstellung eine besondere Verantwortung übernahm. Sie las aus dem Buch „Der Harem in uns“ der marokkanischen Autorin Fatima Mernissi, die an der Universität Rabat lehrt und als Beraterin der Unesco zur Situation muslimischer Frauen tätig ist.
Die Neugier auf einen spannenden Bericht aus dem Inneren eines weitgehend unbekannten Lebensraumes hatte über 60 Zuhörer in den Kulturspeicher gelockt. Die Musikgruppe „DivaCadenzia“ aus Münster begleitete die Worte mit instrumentalen und stimmlichen Improvisationen. Mit plätscherndem Wasser, leisem Gesang und klagenden Tönen des Didgeridoo begannen Christiane Brosterhus, Brigitte Holtkamp und Rachel Seifert vielversprechend. Stille lag im Raum, als der Vortrag endete.
Martina Gottschling begann ihre Lesung mit einer sehr anschaulichen Beschreibung des Harems in Fes, in dem Fatima Mernissi 1940 geboren wurde. Aber das Haus, so schön es auch sein mag, ist von hohen Mauern umgeben, kein Fenster öffnet sich zur Straße und die Pforte wird von Achmed bewacht. Ihre Kindheit beschreibt die Autorin als glücklich, weil es kristallklare Grenzen gab. Der Harem sei nicht allein ein Gebäude, die Gesetze und Vorschriften trügen die Bewohner in sich. Wer die unsichtbaren Regeln (Quaida) einhalte, dem könne nichts passieren. Dass diese Regeln Frauen benachteiligen, lässt Mernissi nicht unerwähnt. Ihre Mutter erzog sie dennoch nicht zur Unterwürfigkeit.
Martina Gottschling findet das Buch außerordentlich wichtig, leider gelang es ihr in Dörenthe nicht, die Zuhörer zu fesseln und zum Bleiben zu bewegen. Nach einer Stunde wurde sie gebeten, ihre ohne stimmliche Höhen und Tiefen vorgetragene Lesung abzukürzen, denn es war recht kühl im Raum. Die Musikerinnen warteten ebenfalls auf eine Pause, in der sie ihr Können hätten zeigen können. Aber lediglich eine kurze Pause wurde dem Publikum zugestanden.
Nach dem Aufwärmen blieben viele der Stühle leer. „Es war eine Enttäuschung, schade“, äußerte sich eine Besucherin, bevor sie vorzeitig nach Hause ging. Der zweite Teil begann wieder mit Improvisationen der Gruppe „DivaCadenzia“. Selten zu hörende meditative Klänge schwebten durch den Raum. Vorgaben von Lithophon oder Akkordeon nahm Rachel Seifert mit der Stimme auf und gab sie wieder zurück. Dabei entstand ein spannendes Wechselspiel zwischen Instrumenten und Gesang. Die Lesung ging zwar weiter, jedoch hörten nicht mehr viele zu. Schade, denn das Thema ist wichtig für unsere Zeit. Barbara Rübartsch, Moderatorin der „Weibs-Bilder“, überreichte den Akteurinnen eine Rose und dankte den Zuhörern fürs Ausharren.
Artikel aus der Ibbenbürener Volkszeitung vom 31. März 2009

"Kunst macht das Unsichtbare sichtbar"
Osnabrücker Künstlerinnen in der Legge
Von Jörg Birgoleit
Tecklenburg - „Malerei, Skulpturen, Objekte“ heißt die Ausstellung, die Gudrun Harmsen, Karin MacKay und Elisabeth Pawils am Sonntag im Torhaus Legge eröffnet haben. Alle drei Frauen kommen aus Osnabrück, absolvierten eine künstlerische Ausbildung und besuchten zahlreiche Fortbildungen in den unterschiedlichen Techniken. Seit vielen Jahren sind sie auch privat befreundet.
Gemeinsam ist dem Trio eine Grundidee, aus der heraus sie ihre Arbeit gestalten und verstehen. Barbara Rübartsch zitierte in ihrer Einführungsrede zur Vernissage Paul Klee aus dessen „Schöpferischen Konfession“: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wider, sondern macht das Unsichtbare sichtbar.“
Mit Witz, Leichtigkeit, auch eine gesunden Prise Ironie gestalte Elisabeth Pawils ihre Objekte aus vorgefundenen Gegenständen. Neben ihrem Sinn für literarische Anspielungen in den Titeln besitze sie den Blick fürs Figürliche in der Gestalt alter Werkzeuge. Daraus komponiere sie gekonnt kleine, Karikaturen ähnliche Szenen, so Rübartsch. Das Entdecken der Verbindung von Wort und Bild mache Spaß.
In der Serie bemalter Kästen zum Thema „Zwischen Anpassung und Eigensinn“ lasse Karin MacKay angedeutete weibliche Gestalten mal die eine, mal die andere Haltung ausdrücken - gefangen im engen Geviert der Konventionen und der kleinen Freiräume, so die Rednerin. Beeindruckenden Skulpturen aus Alabaster, Sandstein und Holz betonen weibliche Formen.
Dem Thema „Form und Leere“ hat sich Gudrun Harmsen in ihren Papierarbeiten verschrieben. Ihre formschönen Kokons und Schalen präsentierten sich offen, als warteten sie „wie eine meditierende Seele“ auf eine Füllung, so Rübartsch. Ebenso wie die Bilder aus Papierschichtungen wirken sie ruhig in die Stille. Ihre ungewöhnlichen Farben sind weich, zart und durchscheinend. Sie entstehen, wenn sie feines Papier einem gewollt zufälligen Wandlungsprozess aussetzt. Etwas ganz Neues präsentiert Harmsen mit „schwebenden“ Objekten und figürlichen „Verformungen über Kunststoff“ - „Experimente mit offenem Ausgang aus einer absichtslosen, spielerischen Haltung heraus“, so Rübartsch. Fotos von der Ausstellung hier
Quelle: Westfälische Nachrichten - 22.9.2009Elisabeth Pawils, Karin MacKay und Gudrun Harmsen (von links) stellen bis zum 25. Oktober ihre Arbeiten in der Legge aus.